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- Geschrieben von: S. Tyrs
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Wenn die Stadtkapelle Sigmaringen mit dem Hohenzollern-Gymnasium, der Luise-Leininger-Schule, der Bilharz-Schule, der Fidelisschule und der Donau-Lauchert-Schule Sigmaringendorf zusammen mit der Gesellschaft für Kunst und Kultur e.V. ein Projekt ins Leben ruft, dann tanzen Küken mit Fossilien vor der Hütte der Baba Jaga, dann rennen Löwen und Elefanten mit Gnomen um die Wette und es flitzen Geister und Blitze um ein altes Schloss.Davon konnte sich am vergangenen Samstag, den 13. April, ein großes Publikum überzeugen.
Unter der Leitung von Susanne Seßler führten die Forte Kids und die Stadtkapelle Sigmaringen „Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns und Modest Mussorgskis Werk „Bilder einer Ausstellung“ auf der großen Bühne der Stadthalle auf. Visuell untermalt wurde die Aufführung durch Trickfilme und digitale Projektionen von Kunstwerken, die in den letzten Monaten im Kunstunterricht der beteiligten Schulen entstanden sind. Im Anschluss an das Konzert konnten diese Kunstwerke im Original in der Alten Schule bewundert werden. Es herrschte ein emsiges Gewimmel zwischen den interessierten Gästen, den stolzen Künstlerinnen und Künstlern sowie den zahlreichen Kindern, die in den Räumlichkeiten der Musikschule auch das Instrumentenkarussell der Stadtkapelle ausprobieren konnten. Wir freuen uns besonders, dass das HZG durch die Klassen 5, 6, 7, 9 und KS1 vertreten ist. Ein besonderer Dank gilt unseren Schülerinnen und Schülern sowie den Kunstlehrerinnen für die rege Beteiligung!

Impressionen von Konzert und Ausstellung. Foto: HZG
Wer sich dieses besondere Erlebnis nicht entgehen lassen möchte, kann die Ausstellung in der Alten Schule in Sigmaringen an den folgenden Samstagen (20. April, 4., 18., 25. Mai und 1. Juni) jeweils von 10 - 12 Uhr besuchen.Und auch auf die Musik muss nicht verzichtet werden, da diese mittels QR Codes und Handy in der Ausstellung zum Klingen gebracht werden kann.
S. Tyrs
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- Geschrieben von: Hoffmann
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Alljährlich zum Abitur schauen wir ein wenig in die Vergangenheit unserer Schule zurück und werfen einen Blick auf vergangene Abiturprüfungen,
Vor 150 Jahren wurde diese noch "Maturitätsprüfung" genannt. Hohenzollern gehörte damals zum Königreich Preußen und das "Königliche katholische Gymnasium zu Hedingen bei Sigmaringen" wurde vom Schulamt in Koblenz betreut. Es handelt sich um eine reine Jungenschule mit insgesamt 179 Schülern in neun Klassen. In der Abiturklasse, der "Ober-Prima" wurden die Fächer Religionslehre (kath. und evang.) 2 Std./Woche, Deutsch 2 Std., Latein 10 Std., Griechisch 2 St. , Französisch 2 Std., Hebräisch 2 Std., Geschichte 3 Std., Mathematik 4 Std. und Physik 1 Std. unterrichtet. Der Klassenleiter ("Ordinarius") war der Rector der Schule, Dr. Roman Stelzer.
Im Vergleich zu heute fällt nicht nur die geringe Wochenstundenzahl von 28 Stunden auf (heute liegen Abiturienten je nach Kurswahl im Schnitt bei ca. 33 Wochenstunden), sondern auch das große Übergewicht von Latein, während Naturwissenschaften praktisch keine Rolle spielten.
Im Jahr 1874 fand die schriftliche Prüfung vom 30. Mai bis 06. Juni jeweils in den "vormittägigen Stunden" (7-12 Uhr), die mündliche Prüfung am 03. und 04. Juli unter dem Vorsitz des Königlichen Commissarius Regierungs- und Provinzialschulrathes Dr. Stauder aus Koblenz statt. Sieben (!) Abiturienten bestanden die Abiturprüfung erfolgreich, über "das Resultat der Prüfung des achten Ober-Primaners wird die hohe Behörde demnächst entscheiden", hieß es im Jahresbericht 1874. Von den Abiturienten wollten zwei Theologie studieren, zwei Rechtswissenschaften, einer Medizin und einer Philologie (also das Gymnasiale Lehramt anstreben). Der Siebte strebte eine Tätigkeit im "Kriegswesen" an.
Die Prüfungsaufgaben lauteten:
Der Aufsatz Katholische Religionslehre: "Beweis für die wirkliche Gegenwart Christi im hl. Altarsakrament."
Der Aufsatz evangelische Religionslehre: "Die christliche Lehre von der Schöpfung und die aus ihr sich ergebenden Forderungen für das Verhalten der Christen in der Welt."
Der deutsche Aufsatz: "Über die Ursachen der Entartung des römischen Volkes in den letzten Zeiten der Republik."
Der lateinische Aufsatz: "Recte dixisse Scipionem Africanum majorem: Ea fato quodam data Romanis sors est, ut magnis bellis victi vicerint." (Dass Scipio Africanus major gesagt habe: Dieses Los wurde den Römern durch einen Schicksalsspruch zugeteilt, dass sie als Besiegte siegten in großen Kriegen.)
"Aus der Mathematik: 1.) Es ist ein Dreieck zu zeichnen, von welchem die Höhe die Halbirungslinie des Winkels an der Spitze und der Halbmesser des umschriebenen Kreises gegeben sind. 2.) Von einem Dreieck sind gegeben die beiden Segmente 3 M. und 5 M. und ein Winkel an der Grundlinie 64 Grad 36' 42''. Welches sind die anderen Stücke? 3.) Auf einem grössten Kugelkreis steht ein gerader Kegel, dessen Höhe gleich dem Durchmesser 10 M. ist. Man berechne den Inhalt der durch die Kugeloberfläche abgeschnittenen Spitze des Kegels. 4.) Von 4 auf einander folgenden Gliedern einer geometrischen Reihe ist das erste 1; ihre Summe wächst um 45, wenn der Exponent oder constante Factor um 1 wächst. Welches ist der Factor?"
Dazu kamen noch vier Übersetzungen und zwar drei aus dem Deutschen ins Lateinische, Griechische und Französische, eine aus dem Hebräischen (Gen 28, 11-18) ins Deutsche.
Quelle: Programm des kgl. kath. Gymnasiums Hedingen bei Sigmaringen vom Schuljahr 1873/74. Sigmaringen 1874, S. 28.
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- Geschrieben von: Hoffmann
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Gedichtinterpretation ist nicht immer das beliebteste Thema im Deutsch-Unterricht, aber ein Poetry Slam kann viel Spaß machen. In unserer SMV entstand der Wunsch, sich intensiver mit diesem Thema zu beschäftigten und an der Schule "mal was zu machen." Für einen qualitätvollen "Bühnenwettstreit der Dichter" gilt wie bei fast allem: "Lerne von den Besten!" Und einer der Besten war tatsächlich hier im HZG:
Bas Böttcher gilt als Pionier des deutschsprachigen Poetry Slam. Er gewann Poetry Slam Meisterschaften und machte diese innovative Form von Lyrik durch verschiedene neue Medienformate bekannt. Er ist Herausgeber der "Poetry-Slam-Fibel." Wenn er nicht an seinem Wohnort Berlin arbeitet, steht er weltweit auf den Bühnen in Literaturhäusern und auf Festivals. Zwischendrin hatte er Lehraufträge am deutschen Literaturinstitut in Leipzig, am Deutschen Literaturarchiv in Marbach, an der Kulturakademie Baden-Württemberg und an der Universität der Künste, Berlin. Seine eigenen Gedichte erschienen in mehreren Bänden und fanden auch schon den Weg in Schulbücher. Es ist ihm ein großes Anliegen, sein Wissen weiterzugeben.
Der Tag am HZG startete mit einem Auftritt von Bas Böttcher vor der Schulgemeinschaft. Es war spannend, wie er mit Sprache spielte oder wie er die Doppelbödigkeit von Sprache aufzeigte. Viele Texte erinnerten an Rap und cool war es den "Erlkönig" ("Wer reitet so spät...") von Goethe im Rhythmus des Pferdes zu hören oder die ganze Schule als "Rhythmusmaschine" zu erleben.
Im Anschluss gab es einen sehr intensiven Workshop mit interessierten Schüler/innen, der hoffentlich bald auch zu einer Aufführung führt. Ein herzliches Dankeschön an den Elternbeirat und an den Förderverein, die die Kosten für diese coole Veranstaltung übernommen haben!
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- Geschrieben von: Hoffmann
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Was geschieht, wenn das Grauen in eine Idylle einbricht? Vor genau 80 Jahren wurden aus einem Kinderheim in Izieu in der Nähe von Lyon 44 jüdische Kinder und ihre sieben Betreuer nach Auschwitz deportiert. Im Rahmen der viertägigen Gedenkveranstaltungen waren auch 102 europäische Jugendliche des Erasmusprojekts „Flucht. Vertreibung. Migration“ aus Rumänien, Bosnien, Österreich, Italien, Frankreich und Deutschland vor Ort, um die Feiern mitzugestalten, darunter sechs Schüler/innen des HZG.
Als ein Höhepunkt der Gedenkfeiern gestalteten die Jugendlichen des Erasmusprojekts gemeinsam eine große „Performance“ auf der Bühne in Izieu unter der künstlerischen Leitung von Fabrice Dubusset (Theater Procédé Zèbre, Vichy). Vor mehreren hundert Zuschauern wurde in sehr eindrücklichen Bildern und Tönen das Schicksal der Kinder von Izieu auf die Bühne gebracht: Die Ankunft in Izieu als einem Ort der relativen Sicherheit und Normalität, die Zerstörung dieser Welt. Den Kindern, die bereits ihre Eltern verloren hatten, wurde das Recht auf Zukunft und Leben genommen, weil sie jüdische Kinder waren. Beklemmend war die Darstellung der Eisenbahnfahrt nach Auschwitz. Die Vorstellung endete aber nicht an diesem Ort des Grauens, sondern wagte den Schritt in die Gegenwart. Die „Botschaft“ der Kinder von Izieu für die heutigen Menschen: Es gibt die Verantwortung, für eine Welt einzustehen, in der alle Menschen einen Platz zum Leben finden und eine Zukunft haben. Die Anwesenden bestätigten dies durch lange anhaltenden Applaus.

Szenenfoto: Oben die Nachstellung einer Fotografie aus dem Jahr 1943, die einige der Kinder von Izieu zeigt. Unten „heutige Jugendliche“, die die Botschaft der Kinder von Izieu aufnehmen. Foto: Hoffmann.
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- Geschrieben von: Hoffmann
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Zum 80. Gedenktag der Deportation der Kinder von Izieu besuchte die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Claudia Roth MdB (Bündnis90/Die Grünen) als offizielle Vertreterin der Bundesregierung die Gedenkstätte in Izieu. Sie nahm die Gelegenheit wahr, um mit den beiden deutschsprachigen Gruppen im Erasmus-Projekt „Flucht.Vertreibung.Migration“ aus Perchtoldsdorf in Österreich und aus Sigmaringen zu sprechen. Die Ministerin war sehr interessiert daran, wie heutige Jugendliche „Erinnerungskultur“ erleben und wie sie die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in Deutschland und Österreich wahrnehmen. Dabei wurde deutlich, dass die Erinnerungsarbeit der Schulen „vor Ort“ eine wichtige aufklärende Funktion haben kann. Allerdings wird mit dem Sterben der Zeitzeugen die Kluft zur Vergangenheit immer schwieriger zu überbrücken. Dieser Brückenschlag bleibt aber wichtig, weil Themen wie Antisemitismus und Rechtsradikalismus höchst aktuell sind.
Da die Schüler/innen im Rahmen eines internationalen Theaterprojektes in Izieu sind, drehte sich das Gespräch auch um die Möglichkeiten der Umsetzung solcher kulturellen Projekte im Schulalltag. Hier wurde deutlich, dass oft die Finanzierung schwierig ist, und dass in beiden Ländern die Fächer Musik, Kunst und Theater generell einen schweren Stand haben, wenn sie sich gegen die „harten“ Fächer wie z.B. die Naturwissenschaften behaupten müssen. Vor allem aber fehlen häufig die zeitlichen Ressourcen bei Lehrkräften und bei Schüler/innen, um sich intensiver zu engagieren. Umso mehr bedankte sich Claudia Roth bei den Schülerinnen und Schülern, dass sie sich im Erasmus-Projekt engagieren und versprach, sich für mehr Unterstützung solcher Projekte stark zu machen.





