
Nur 51 Tage – etwa sieben Wochen – lagen zwischen der Ernennung von Adolf Hitler zum Reichskanzler und der Eröffnung des Konzentrationslagers Dachau am 22. März 1933. Über dieses Ereignis berichtete die Presse ausführlich, unter anderem die Münchner Neueste Nachrichten in ihrer Ausgabe vom 21. März 1933.
Mitten in Deutschland entstand damit bereits kurze Zeit nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten das erste Konzentrationslager. Das KL Dachau wurde zu einem rechtsfreien Raum außerhalb des Rechtsstaats und jeglicher Kontrolle durch Polizei oder Gerichte entzogen. Menschenrechte oder staatsbürgerliche Rechte galten dort nicht mehr; Gewalt, Folter und Mord wurden zum Alltag.
Diie Schülergruppe in einer rekonstruierten Lagerbaracke.
Zu den ersten Häftlingen gehörten politische und weltanschauliche Gegner des Nationalsozialismus – darunter Sozialdemokraten, Kommunisten, Mitglieder der Zentrumspartei, katholische und evangelische Pfarrer und Zeugen Jehovas. Inhaftiert wurden außerdem Menschen, die nicht den rassistischen oder menschenverachtenden Vorstellungen des NS-Regimes entsprachen, darunter Juden, Sinti und Roma, homosexuelle Menschen sowie sogenannte „Asoziale“. Während des Zweiten Weltkriegs kamen Kriegsgefangene aus ganz Europa hinzu.
Im April 1945 wurde das Lager von der US-amerikanischen Armee befreit. Nach Angaben der KZ-Gedenkstätte Dachau kamen insgesamt etwa 41.500 Menschen im Konzentrationslager und seinen Außenlagern ums Leben. Die Überlebenden blieben ihr Leben lang traumatisiert.
Der Appellplatz und das Wirtschaftsgebäude des ehemaligen KZ.
Im Rahmen des Geschichtsunterrichts besuchte die KS2 die KZ-Gedenkstätte Dachau, die 1965 auf dem ehemaligen Lagergelände eingerichtet wurde. In zwei Gruppen wurden die Schüler/innen und Lehrkräfte von Mitarbeitenden der Gedenkstätte über das Gelände geführt.
Die mehr als dreistündigen Rundgänge waren intensiv und sehr informativ. Sie beleuchteten die verschiedenen Phasen der Lagergeschichte, ging auf einzelne Verbrechen wie z.B. die medizinischen Versuche an Gefangenen ein, und stellten dabei stets die Perspektive der Gefangenen in den Mittelpunkt. Zugleich wurden die historischen Ereignisse in größere politische und gesellschaftliche Zusammenhänge eingeordnet. Und auch die Auseinandersetzungen zwischen Verdrängen und Aufarbeiten auf dem Weg zur Errichtung einer Gedenkstätte nach dem 2. Weltkrieg wurden nicht ausgespart. Viel Raum blieb für die Fragen der Schülerinnen und Schüler.
Ein Schüler fasste seine Eindrücke treffend zusammen: „Es war ein sehr beeindruckender Ausflug, aber es war sehr erschreckend zu sehen, wozu Menschen fähig sind.“
Das Lagertor mit der Inschrift "Arbeit macht frei" (Kopie, das Original befindet sich im Museum der Gedenkstätte).
