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Zeitzeuginnengespräch mit der Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees

Plakat zum Zeitzeuginnengespräch

Einen beeindruckenden Zeitzeuginnenbesuch erlebten die Kl. 9-11 des Hohenzollern-Gymnasiums am vergangenen Montag im Rahmen des Geschichtsunterrichts. Zu Gast war Dr. Eva Umlauf, Präsidentin des Internationalen Auschwitz-Komitees und Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz.

Eva Umlauf während des Vortrages

Eva Umlauf während des Vortrags.

Obwohl der Raum mit über 100 Schüler/innen voll besetzt war, hätte man eine Stecknadel fallen hören, als Eva Umlauf aus ihrer Lebensgeschichte erzählte und aus ihrem Buch vorlas. Sie wurde als Eva Hecht im Jahr 1942 in einem Zwangsarbeitslager für Juden in Nováky in der Slowakei als erstes Kind einer jüdischen Familie geboren. Anfang November 1944 wurde sie zusammen mit ihrer schwangeren Mutter und ihrem Vater in einem der letzten Transporte nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Ihr Vater, von der Familie getrennt, wurde auf einen Todesmarsch nach Melk (Österreich) gezwungen, wo er 1945 ums Leben kam. Eva und ihre Mutter entgingen nur deshalb der Gaskammer, weil wenige Tage vor ihrer Ankunft angesichts der nahenden Roten Armee das Morden in den Gaskammern eingestellt worden war. Obwohl erst zwei Jahre alt, wurde Eva daher als Häftling in Lager aufgenommen und ihr wurde eine Lagernummer in den Unterarm tätowiert. Todkrank und mit viel Glück überlebte sie das Lager nur knapp, ebenso wie ihre schwangere Mutter, die nach der Befreiung des Lager Auschwitz durch die Rote Armee im Januar 1945 ein weiteres Mädchen zur Welt brachte. Zusammen mit einem Waisenjungen kehrte Evas Mutter mit ihren beiden Kindern in die Slowakei zurück. Obwohl Eva Umlauf keine eigenen Erinnerungen an Auschwitz selbst hat, wurde deutlich, wie sehr das Trauma des Holocaust ihr weiteres Leben immer begleitet hat. Alle Verwandten waren im Holocaust umgekommen und ein „wissendes“ Schweigen prägte das Familienleben Auf ihr und ihrer Schwester blieb aber auch der Stempel der „Auschwitzmädchen“, die zurückgekommen waren: Der Antisemitismus lebte auch nach dem 2. Weltkrieg im kommunistischen Regime der Tschechoslowakei weiter. Im sehr intensiven Gespräch mit den Schüler/innen machte Eva Umlauf, die seit 1967 als Kinderärztin und Psychotherapeutin mit ihrer Familie in München lebt und drei Söhne und zwei Enkelinnen hat, deutlich, wie sehr sie durch das Erstarken der rechten Kräfte in Deutschland und weltweit beunruhigt ist. Sie appellierte an die Schüler/innen, sich im Interesse der eigenen Zukunft mutig für Freiheit und Demokratie einzusetzen.

Der Zeitzeugenbesuch wurde durch die großzügige Unterstützung der Friedrich-Ebert-Stiftung ermöglicht. Die Stiftung wurde vor Ort durch Sarah Nooren, eine ehemalige Abiturientin des HZG, vertreten. Ein Dank auch an Lukas Huber, der den Kontakt zu Frau Dr. Umlauf hergestellt hat und sich als Chauffeur zur Verfügung stellte.

Schulleiter bedankt sich

Schulleiter Martin Hoffmann begrüßt Dr. Eva Umlauf Ioben), Sarah Nooren von der Friedrich-Ebert-Stiftung spricht eine kurze Begrüßung (unten).

Das signierte Buch von Eva Umlauf

Ein signiertes Exemplar von Eva Umlaufs Lebensgeschichte "Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen", erschienen 2016. 

 

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