Die NWT-Kurs Klasse 10 mit Prof. Drissner im Innovationscampus Sigmaringen. Foto: Irmler
NWT-Kurs Klasse 10 besucht das S2-Labor im Innovationscampus Sigmaringen
Im Rahmen des NWT-Moduls Mikrobiologie fand am 27.01.2025 eine Exkursion zum Innovationscampus in Sigmaringen statt. Die 18 Schülerinnen und Schüler erhielten Einblicke in das mikrobiologische S2-Labor, in welchem an diesem Tag keine Experimente stattfanden, da ansonsten eine Besichtigung nicht möglich gewesen wäre. Zuerst wurde die Schleuse passiert, wo die Labor-Mitarbeiter ihre Kittel anziehen und die Hände desinfizieren. Prof. Dr. David Drissner, Professor für Mikrobiologie, Lebensmittelhygiene und gesundheitlichen Verbraucherschutz an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen gab einen Überblick über das Arbeitsfeld der bakteriellen Sicherheit von Lebensmitteln. Er erläuterte die Problematik von bakteriellen Infektionen durch verunreinigte Lebensmittel und wie Lebensmittel auf bakterielle Verunreinigungen untersucht werden. Als Beispiel hatte er gekeimte und getrocknete Lupinensamen mitgebracht, die vor dem Inverkehrbringen auf ihre bakterielle Unbedenklichkeit getestet werden müssen. Neue Verpackungsmaterialien werden auf die Verhinderung von bakteriellem Wachstum geprüft. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren von aktuellen Forschungen zum Thema Antibiotikaresistenzen bei Bakterien in der Landwirtschaft. Wird Gülle von antibiotikabehandelten Tieren auf das Feld ausgebracht, befinden sich die resistenten Bakterien für sehr lange Zeit auf den Pflanzen. Ein weiteres Forschungsgebiet ist die Unterscheidung von sich stark ähnelnden Schimmelpilzkulturen mittels künstlicher Intelligenz.
Einen kurzen Einblick in die Biotechnologie haben die SchülerInnen von Prof. Dr. Andreas Schmid, Prodekan der Fakultät Life Science an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, erhalten, der deutlich machte, wie wichtig die Biotechnologie als Zukunftstechnologie ist. Im Anschluss hat Alina Kleiner, akademische Mitarbeiterin an der Hochschule, einen Vortrag zum Thema Lebensmittelverschwendung und deren Reduktion mit dem geeigneten Verpackungsmaterial gehalten. Nach einer digitalen Umfrage, an der die Schülerinnen und Schüler teilgenommen haben, wurden sie mit den tatsächlichen Zahlen konfrontiert. So sind allein in Deutschland 10,8 Mio. Tonnen Lebensmittel im Jahr 2022 weggeschmissen worden, davon entfielen 58% auf die privaten Haushalte. Dies sind etwa 76 Kilogramm pro Person. 7% entfielen auf den Handel. Um diesem Trend entgegenzuwirken stellte Frau Kleiner das Foodsharing-Programm vor und den Fairteiler an der Hochschule, welchen sie selbst zu ihrer Studentenzeit mit eingerichtet hat. Als nächstes zeigte sie den SchülerInnen, dass Lebensmittel verschiedene ökologische Fußabdrücke haben. Vergleicht man die Herstellung von 1 kg Rindfleisch mit 1 kg Kartoffeln, so stellt man fest, dass für ein Kilogramm Rindfleisch 15490 Liter Wasser benötigt werden, für die Kartoffeln nur 210 Liter, der Ausstoß von CO2-Äquivalenten beim Rindfleisch ungefähr 13,6 kg beträgt, bei den Kartoffeln sind es nur 0,2 kg. Schmeißt man ein Lebensmittel weg, so sind auch diese Ressourcen verschwendet. Zum Schluss gab es noch einen kleinen Verpackungsworkshop. Die Laborführung und der Vortrag stießen auf breite Zustimmung. Vielen Dank.
A. Irmler