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Erinnerung ist Arbeit an der Zukunft - Porträt von Lisa Frank im HZG

Die Künstlerin Marlis E. Glaser spricht über ihre Bilder. Links das Porträt von Lisa Frank. Foto: Edenhofer

Im Eingangsbereich des HZG wird in Zukunft ein Porträt von Lisa Heyman Frank hängen. Lisa Frank (1918-2016) war seit 1928 Schülerin am „Staatlichen Gymnasium Sigmaringen“, dem heutigen Hohenzollern-Gymnasium. Sie war das zweite Kind der einzigen jüdischen Familie Sigmaringens und wie ihre Eltern sozial integriert, respektiert und anerkannt. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 brach diese behütete Welt zusammen. In der Schule wurde sie isoliert, gemobbt, hinausgeekelt. Im Oktober 1935 verließ sie die Schule ohne Abschluss. Der Lebensplan Ärztin war zerstört. Kurz zuvor war den Juden die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen worden. Ein Emigrationsversuch in die Schweiz scheiterte, eine Ausbildung in Stuttgart als Physiotherapeutin setzte sie offener Anfeindung und Diskriminierung aus. Mit Glück konnte sie 1937 in die USA auswandern, ihre Eltern folgten gezwungenermaßen im November 1938 nach der Reichspogromnacht. Das Leben war gerettet, aber der gesamte Besitz wurde vom NS-Staat einbehalten. Eine neue Existenz in einem fremden Land aufzubauen war schwer und mühsam. Dennoch behielt Lisa Frank, inzwischen Lisa Heyman, ihre Heimatstadt in guter Erinnerung. Gerne nahm sie mit 94 Jahren die Einladung des Gemeinderates an, zur Verlegung von Stolpersteinen nach Sigmaringen zu kommen. Wichtig war ihr dabei auch der Besuch am HZG. Mit viel Versöhnungswillen erzählte sie 2012 den Schüler/innen ihre Geschichte. Die Botschaft war unmissverständlich: „Was mir passiert ist, soll in Deutschland nie wieder einem Menschen passieren."

.Ein Szenenfoto aus der Performance des Erasmus-Projekts. Foto: Edenhofer

Ein Szenenfoto aus der Performance des Erasmus-Projekts. Foto: Edenhofer

Mit stimmungsvoller jiddischer Musik eröffnete eine Gruppe des Musik-Leistungskurses unter Leitung von Herrn Trost die Feier. Das Erasmus-Theater-Projekt des HZG unter Leitung von Fabrice Dubusset und Marie Chassot (Theater Procédé Zèbre, Vichy) und Annemarie Kastelsky und Stefanie Bisinger hat sich intensiv mit der Lebensgeschichte von Lisa Frank auseinandergesetzt. In einer tief berührenden und aufrüttelnden Performance stellten sie die Frage, was es mit einem Menschen macht, wenn er isoliert und ausgegrenzt wird. Die Botschaft des „Nie wieder!“ war deutlich zu hören, aber auch der warnende Hinweis auf viele aktuelle antisemitische Vorfälle in den letzten Wochen und Monaten.

[Weitere Infos zur Performance auf der Seite des Theater Procédé Zèbre (extern)]

Rabbiner Shneur Trebnik (r.) spricht mit den Schülerinnen und Schülern. Foto: Edenhofer.

Rabbiner Shneur Trebnik (r.) spricht mit den Schülerinnen und Schülern. Foto: Edenhofer.

Doch wie leben Juden eigentlich heute in Deutschland? Um diese Frage - und noch einige andere - zu beantworten, war Rabbiner Shneur Trebnik von der Synagoge in Ulm zu Gast. Die Schüler/innen der KS1 hatten sich im Geschichtsunterricht mit dem Thema Antisemitismus beschäftigt und viele, zum Teil auch sehr persönliche Fragen vorbereitet. Rabbiner Trebnik konnte sehr spannende Einblicke in das heutige jüdische Leben in Deutschland geben.

Zum Abschluss stellte die Künstlerin Marlis E. Glaser das Konzept hinter ihrem Bild vor. Unter der Überschrift „Abraham aber pflanzte einen Tamariskenbaum“ porträtiert sie seit 2005 deutschsprachige Emigranten und Überlebende und deren Kinder. Dabei verbindet sie in den Porträts historische, biographische und biblische Elemente, wobei die Motive „Antlitz“, „Baum“, „Name“ und „Gegenstand“ immer wiederkehren. Finanziert werden die Bilder durch den Verleger Veit Feger aus Ehingen, der auch das Bild von Lisa Frank als Dauerleihgabe dem HZG übergeben hat. Der Kontakt zwischen Schule und Künstlerin wurde durch den evangelischen Pfarrer Matthias Ströhle vermittelt. Das Bild war „offiziell“ bereits im Oktober 2023 beim Fest der Kulturen im Beisein von Lisa Franks Tochter Patsy Heyman und von Bürgermeister Dr. Ehm der Schule übergeben worden. Nachdem es zuvor noch in einer Ausstellung gezeigt wurde ist es jetzt an seinen endgültigen Bestimmungsort angekommen, als Erinnerung, die Arbeit an der Zukunft ist. Es bleibt die Erkenntnis: 

"Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." (George Santayana)


 

 

 

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